Letzte Etappe

Juni 15, 2009

Um es beim Namen zu nennen: die tropische Hitze setzte uns schon ein wenig zu. Obwohl uns die Bewohner Darwins auslachten und erklaerten, dass momentan direkt angenehmes Klima herrsche, verliessen wir die Stadt schweissgebadet. Doch noch war keine Abkuehlung in Sicht. Uns erwartete der groesste Nationalpark Australiens, der Kakadu National Park. Wo wir jedoch von den namensgebenden Voegel herzlich wenig zu sehen bekamen, draengten sich dafuer ganz andere Tiere auf. Ja, erst das Erlebnis ‘ Uebernachtung im Sumpfgebiet’ belehrte uns, was ‘Mueckenplage’ wirklich bedeutet. Nicht nur dass unser Charly seit dieser Nacht mit blutverschmierten Innendekor daherkommt, auch wir fielen den laestigen Moskitos zum Opfer. Maltraetierte Koerperextremitaeten zeugen noch heute vom aggressiven Uebergriff im Wald und Fenistil aehnliche Produkte sind seitdem zum taeglichen Grundbeduerfnis geworden.

Mit dem verbleibenden Rest an Tierliebe wendeten wir uns am folgenden Tag groesseren, aber nicht minder bissfreudigen Vertretern der Tierwelt zu – den Krokodilen. Wir hatten Glueck und erspaehten zwei Salzwasserkrokodile in freier Wildbahn. Doch damit nicht genug, am Abend praesentierte sich eine schwarze nur unweit unseres Campervans. Der Bedarf an Reptilien war damit fuer die einen von uns weitreichend gedeckt und wir wendeten uns der sportlichen Betaetigung zu.

Fuer einmal lautetet der Dresscode nicht Wanderschuhe und Rucksack sondern Flipflop und Schwimmweste. Mit dem Kanu wagten wir uns in die Kathrine Schlucht und paddelten stromaufwaerts. Das Suesswasserkrokodil blieb am Ufer und wir fanden alle unser Vergnuegen an der feuchten Sportart.

Einen Wassertank, ein bisschen Schatten, ein Plumsklo und wenn moeglich eine Barbecue Stelle waren die Anforderungen, die wir an einen Schlafplatz im Outback stellten. Solche Plaetzte tauchten rund alle 200km auf und sind heiss begehert bei Lastwagenfahrer und Unseresgleichen. Abgeschieden von jeglicher Zivilisation und umgeben von endlosen Trockenland fuehlt man sich einander recht schnell verbunden. Routenplaene und Buscherfahrungen werden ausgetauscht. Auch die Hilfsbereitschaft und Groesszuegigkeit unter Camper wird grossgeschrieben; von der Glut ueber Mueckenvertreiber bis zur Musik wird so ziemlich alles Verfuegbare geteilt.

Die Sonne verabschiedet sich bereits um 6 Uhr, bis jetzt haben wir jedoch nie in den hierzugegen normalen Tagesrythmus (7Uhr morgens aufstehen, 9 Uhr abends in den Schlafsack) gefunden. So verbrachten wir die Naechte indem wir unsere Kreativitaet beim Bemalen von jensten Gegenstaenden freien Lauf liessen. Wir brachten Sujets wie Schnabeltiere, Kaengurus oder Papageie in unsere Kunst ein, als haetten wir unser ganzes Leben in die Beobachtung dieser Kreaturen investiert. Beweise folgen.

Wenn wir schon bei Begabungen sind, alle Jassfreunde haben bei unserer Rueckkehr nicht mehr viel zu lachen. Beinahe naechtlich trainieren wir DAS SPIEL in allen Variationen und in allen Konditionen. Weder hochqualitativer Weisswein (11$ fuer den 4l Beutel) noch Temperaturen bis 38 Grad vermoegen unser Spiel zu beeinflussen. Es sei hier noch etwas zur Hygiene im Outback gesagt; Duschen sind noch duenner gesaeht als Tankstellen. Wenn wir aber einer begegneten, fiel sie umso laenger aus. Das liegt zum einen an der Schwierigkeit schamponiertes, dickes Haar mit tropfenden Wasser zu ‘spuehlen’ und zum anderen an der spektakulaeren Aussicht, die uns das Fehlen eines Vorhangs erlaubten. So liessen wir uns weder von Termiten noch von Agra Kroeten unser woechentliches Duschvergnuegen streitig  machen. Das weite Land unter dem groessten Himmel ist uns ans Herz gewachsen. Der Rueckweg nach Townsville war daher von viel Wehmut gepraegt. Was bleibt sind wunderschoene und unvergessliche Erinnerungen.

Townsville hinter uns lassend begaben wir uns auf ‘the green way’, der uns bis hinauf nach Cairns fuehrte. Der Name macht der Landschaft alle Ehre, denn sie wird mit jedem Kilometer weiter noerdlich vegetationsreicher uns lebendiger.  Bluehende Zuckerrohrfelder, geordnete Bananenplantagen, dicht bewaldetet Huegellandschaften und von der Sonne beschienene Wolken praegen die Idylle. Wen wundert’s da, dass wir am liebsten in eine der vielen Villen gezogen waeren und uns dem suessen Nichtstun hingegeben haetten?

Nicht weit von Ingham machten wir uns mit unserem Toyota auf in den Urwald. Eine steile Strasse mit jensten Kurven hinauf fuehrte uns der Weg zum hoechsten einstufigen Wasserfall Australiens. Nachdem wir genug Fotos von oben gemacht hatten, beschlossen wir kurzerhand, den Abstieg in Angriff zu nehmen, und bewiesen, dass wir auch mit minimaler Wanderausruestung faehig sind, wieder heil oben anzukommen. Obwohl wir bei der Fahrt durch das dichte Gruen alle Augen offen hatten, wollte uns kein Cassowary den Gefallen tun, sich zu zeigen. Anstatt diesen menschengrossen, fuer die Vegetation sehr wichtigen Laufvogel bekamen wir knallblaue Schmetterlinge, schwarzgefiederte bush turkies und Kuehe auf der Strasse zu sehen.

Im Infocentre in Tully bekamen wir eine Beratung nach Schweizerart, naemlich auf Berndeutsch. Die seit 35 Jahre lebende Schweizerin erklaerte uns mit dem groessten Vergnuegen, was sich zu sehen lohnt. Unsere Frage nach einem schoenen Ort zum Baden beantwortete sie mit einem Touristen belaechelnden Stirnrunzeln, denn es war mit morgendlichen 11 Grad Celsius der bisher kaelteste Tag dieses Winters.

Beim 14km langen Mission Beach war es dann auch uns zu kalt zum Baden und so beliessen wir es dabei, Ferienkatalog verdaechtige Fotos zu schiessen. Wieso wir im Supermarkt 2.60$ fuer eine Kokosnuss bezahlen sollten, wenn doch am Strand haufenweise davon rumliegen, fragten wir uns nicht lange, sondern griffen zu Stein und Taschenmesser, um der Kokosnuss zu Leibe zu ruecken. Dabei muessen wir allerdings so hilflos ausgesehen haben, dass ruckzuck Matt und James dastanden, um im Rekordtempo die Nuss zu knacken und uns so zum billigsten Mittagessen ever verhalfen.

Dem Strand drehten wir den Ruecken zu als wir uns ins Atherton Tableland begaben, um Wasserfaelle zu sehen. Die huegelige Landschaft erinnerte uns ans Appenzell und liess Heimatsgefuehle aufkommen. Die drei Wasserfaelle waren trotzt Wolken einige ‘ahs’ und ‘ohs’ wert, und beim dritten taten wir es unserem Schluessel gleich, der schon beim Ersten ein Vollbad genommen hat. Es war *** kalt, aber noch kaelter war die darauf folgende Dusche, die wir uns mit unserem Schlauch am einzig auffindbaren Wasserhahn verschafften.

Mit gemischten Gefuehlen erreichten wir Cairns. Die Stadt, die wir immer als Enddestination vor Augen hatten, lag nun unmittelbar vor uns und das Ende unserer Reise wurde damit immer absehbarer. Doch noch war es nicht soweit und die Schoenheit dieser Region lenkte unsere Aufmerksamkeit auf sich. Endlose Sandstraende gesaeumt von Kokosnusspalmen bieten eine einzigartige Kulisse fuer unsere Versuche in der englischen Sportart Cricket, Kunstturneinlagen oder einfach ‘il dolce far niente’.

Bis zur Abreise haben wir jedoch noch ein volles Programm: Great Barrier Reef, Cape Tribulation und der Daintree Regenwald wollen wir noch entdecken und ausgiebig geniessen.

Outback – Reise durch den trockenstens Kontinent der Welt

Mai 29, 2009

Los ging’s mit unserer Fahrt in die Mitte mit der ehemaligen Goldgraeberstadt Charters Tower, die sich noch heute im Wilden-Westen-Look praesentiert. Auf kargere Zeiten gefasst, schlugen wir im Woolworth Supermakrt noch einmal kraeftig zu und kauften Reiseproviant ein. Der Flinders Highway fuehrte uns auf direktem Weg ins Landesinnere. Entlang der schnurgeraden Strassen nahm die Vegetation kontinuierlich ab und wo sich anfangs saftig gruene Gummibaeume raeckelten, doerrten bald Steppengraeser vor sich hin. Die Erde wurde zunehmend roeter und mit den extremeren Temperaturunterschieden kam auch die Fliegenplage. Fuer die taegliche Portion Protein war folglich gesorft und Fliegennetzhuete bald ein essentieller Bestandteil unserer Kleiderwahl.

Weil in Australien meistens nur eine Strasse von A nach B fuehrt, koennen Baustellen so ihre Tuecken haben. Einmal vor einem Stoppschild angelangt, bleibt einem oft nichts anderes uebrig, als den Motor abzuschalten und zu warten, bis die Strasse fertig geteert ist. Uebernachtet haben wir auf den Raststaetten, wo erneut das Gemeinschaftsgefuehl unter Camper hochgelebt wurde. Sei’s beim Wassertank oder vor dem Plumsklo, Reiseerlebnisse ausgetauscht werden ueberall und jederzeit. Dieser Gleichgesinntheit wird dann auch auf den Strassen physisch Ausdruck verliehen indem man unter Fahrer per Handzeichen gruesst.

Auch die rar gesaehten Roadhouses werden von ausserordendlichen Lebenskuenstlern gewirtschaftet. So liess uns beispielsweise ein aelterer Mann in sein privater Garten um Orangen zu pfluecken und gab uns dafuer die Mission auf den Weg, jodeln zu lernen. (Ratschlaege und Unterstuetzung sind herzlich willkommen.)

So verbrachten wir die Sonnenstunden Auto fahrend, laut zur Musik mittraellernd und fotografierend und liessen uns am Abend vomn Sonnenuntergang und dem endlosen Sternenhimmel berieseln. Unser Kartenlese-Talent wurde einzig an der Verzweigung bei ‘Threeways’ wirklich gefordert, wo wir den Weg richtung Alice Springs einschlugen. Die Anziehungskraft vom Ayers Rock war schliesslich doch groesser um laenger zu verweilen und bald schon naeherten wir uns dem wohl beruehmtesten Naturspektakel Australiens. Der 346m hohe Monolith lockt nicht nur mit seiner einzigartigen Form, sondern auch mit seiner rostroten Farbe, die je nach TAgeszeit unterschiedlich intensiv strahlt. Den Glaube der Anagu Aboroginies respektierend, bezwangen wir den Uluru nicht, sondern umwanderten ihn. Nach 10 km hatten wir jeden erdenklichen WInkel des Berges bewundert und wendeten uns den Kata Tjuta zu. Diese laengst nicht so beruehmten runden Felsformationen sind nicht minder spektakulaer und liessen uns unsere Wanderlust doch noch ausleben. Es wurden Steilwaende und Bergeinschnitte erklommen und sich in Steinbock-Posen geuebt. Wir trotzten der Hitze und waren froh, unsere Muskeln fuer etwas anderes als kuppeln, beschleunigen und bremsen benoetigen zu koennen.

Im gleichen Stil fuhren wir am folgenden Tag fort: mit der netten Begleitung eines Kanadiers begaben wir uns auf die Wanderung durch den genialen Kings Canyon. Hochgefuehle der wortwoertlichen Art waren angesagt und unser schweizerisches Alpenherz bluehte foermlich auf. Steile Abgruende in wassertragende Schluchten begeisterten die Gemueter und die Kameras wurden zu Hoechstleistungen getrieben.

Dass es uns die Hoehe etwas zu fest angetan hatte, bekam unser Toyota (mittlerweile auf den offiziellen Namen Charly 006 getauft) zu spueren. Beim Einparkieren “haett’s ihm wortwoertlich dae Deckel glupft” und wir klemmten unter dem Sonnendach des Parkplatzes fest. Die gesamte Aufmerksamkeit der Umstehenden galt uns. Gluecklicherweise waren auch die Sicherheitsbeamte schnell vor Ort, die mit einem breiten Gen zu allererst unsere Nationalitaet wissen wollten. Als Schweizerinnen abgestempelt konnte dann endlich gehandelt werden und mit viel Gewicht auf der Vorderachse und wenig Luft in den Pneus wurde Charly aus seiner misslichen Lage befreit.

Doch was bringt uns die Geschichte? Einen Vorderhof eines security officers. Freund und Helfer im wasten Sinne des Wortes bot uns Steve grosszuegigerweise seinen Garten zum Uebernachten an.Rasch wurde der Belueftungsdeckel am naechsten Tag gerade gebogen und mit einem gereingten Verhaeltnis zu unserem Gefaehrt setzten wir die Reise fort.

Angesichts der guten Zeitplanung beschlossen wir, einen Abstecher im australischen Sinn nach Darwin zu machen. Unterwegs hielten wir in Nationalparks, wo crocodile dundee seinen Ursprung haben muss. Im dichten Regenwald schwammen wir in trueben Gewaessern, stets auf das Zusammentreffen mit harmlosen Suesswasserkrokodilen gewappnet.

Wesentlich wohler fuehlten wir uns beim Baden in den Wasserfallbecken, da dort das Abschreckenste Suesswassergarnelen (oder heissen sie doch Crevetten?!) waren. Dein eindrueckliches Bild hinterliessen dann auch die Wangifalls im Litchfieldpark, die wir bei Sonnenuntergang bestaunten, waehrend direkt hinter uns eine Gruppe Wallabies beim allgemeinen Abendessen war.

Bei unserer Ankunft in Darwin kamen Gluecksgefuehle auf, als wir das lang vermisste Meer erblickten und den tropischen Temperaturen taten wir mit einem kuehlen Bad Abhilfe. Die Stadt, die erst abends so richtig erwacht, bietet eine wunderschoene Esplanade und viele gutgepflegte Wohnquartiere. Um wieder einmal etwas Kultur in unseren Alltag zu bringen, sahen wir uns den neusten Dan Brown Film im Kino an und genossen das Nachtleben.

Weiter sieht unsere Planung eine Kanufahrt in der Kathrine Gorge vor und wir sind gespannt, was der Rueckweg durch das Outback nach Cairns sonst noch alles mit sich bringt.

…und wir fahren noch immer

Mai 15, 2009

Brisbane war auch ohne grosse Touristenattraktionen von gutem Unterhaltungswert fuer die Toyotabesatzung. Die Stadt bot so einiges, dass uns wild lebenden Wombats nicht mehr vertraut war. Dinge wie zivilisiert gekleidete Stadtbewohner, geschlossene Schuhe, Strassencafes, angenehme Duftnoten im Menschengetuemmel und gemuetliches Beisammensein bei einem Glaesschen Wein erfreuten all unsere Sinne.

Auf den Spuren von Steve Irwin waren wir dann einen Tag lang Aug in Aug mit so allerhand australischen Tieren. Zu den Highlights gehoerten Begegnungen mit unseren realen Namensvettern Herr und Frau Wombat, nach-Eukalyptus-riechenden-Koalas und handzahmen Kaengurus. Doch bei all dem Respekt fuer den weltbekanntesten Tierschuetzer, moege er in Friede ruhen, war die grosse Liebe zu den beinlosen Vertretern der Tierwelt nicht fuer alle von uns nachvollziehbar.

Noosa Heads war  das naechste Ziel auf unserer Route. Die Stadt, die je nach Reisefuehrer mit Nizza, Cannes oder St. Tropez verglichen wird, ruehmt sich vor allem mit schoenen Strandpartien, gemuetlicher Einkaufsstrasse und ueberdurchschnittlich vielen Kreiseln. Wir gingen fuer einmal voll und ganz unseren Beduerfnissen als Frauen nach und shopten wortwoertlich “till we dropped”.

Schweren Herzens verliessen wir am naechsten Tag unsere vertrauten vier Waende und Raeder und begaben uns in ein wesentlich staerkeres Gefaehrt. Mit 4×4 Antreib fuhren wir auf der groessten Sandinsel der Welt, benannt nach dem englischen Kapitaen James Fraser und dessen Frau.  Als haetten die Dingos gespuert, dass der Tag ganz im Zeichen von unserem Geburtstagskind Steffi stand, zeigten sie sich ungewoehnlich zahlreich am Strand. Vor dem Barbecue am Lake McKenzie nutzten wir das wellenfreie Nass fuer sportliche Betaetigungen und ueberquerten im Froschschwumm den Suesswassersee. Anschliessend stand noch ein kleiner Trip durch den Regenwald an, bei dem mit gewisse Spinnenphobien gekaempft wurde. Beim Abendessen wurde dann die Geheimnistuereri der vergangenen Tage um Steffis Geburtstag aufgedeckt und seit dem wird sie auch nicht mehr allein auf Shoppingtour geschickt und wird wieder in alle Gespraeche miteinbezogen.

‘Alle guten Dinge sind drei’, sagten wir uns am folgenden Tag, als wir einen Autostopper bereits zum dritten Mal am Strassenrand stehen sahen. Unser Backpackerherz entschied sich schliesslich dafuer, ihn mitzunehmen. Falsch gedacht. Seine Koerperausduenstungen stellten sich naemlich als alles andere als gut heraus und zu all dem Gestank zeigte der gute Mann herzlich wenig Dankbarkeit, geschweige denn Interesse, ein normales Gespraech zu fuehren. Schnell wurde auf Schweizerdeutsch und viiiel nonverbaler Kommunikation entschieden, eine andere Route zu waehlen und bald schon konnte unser Camper desinfisziert und ausgelueftet werden.

Bundaberg hiess die ungeplante Enddestination, wo wir uns bereits am naechsten Morgen ans Rum degustieren machten.

Back on track war unser Motto einmal mehr: Handbremse los und mit 110kmh richtung Norden. Auf den Raststaetten laesst’s sich nicht nur gut Wasser tanken und legal uebernachten, man trifft auch so einiges an Gleichgesinnten. Bei Kerzenschein (der Romantik alle Ehre – aber unsere 2. Batterie war einfach wieder einmal tot) fuehrte uns beispielsweise ein Finne in die ‘moonshine’ Tradition ein. Es scheint fast, als ob die werten Nordlaender bereits im Kindesalter lernen, wie man selber moeglichst guten Alkohol produziert. Diese Lektion stellte sich sogar um einiges informativer und aufschlussreicher heraus, als die Fuehrung in der Rum Destillerie.

Wie es sich wohl anfuehlt wenn man kein Benzin mehr hat? Diese Frage koennen wir ab sofort mit einer klaren Einschaetzung beantworten: Stotternder Fahrstil, rapider Geschwindigkeitsverlust und ein pochendes Herz zuoberst im Hals. Seinen letzten Atemzug keuchend aushauchend blieb unser Toyota ‘oh-wie-passend’ neben einem verwesenden Kaenguru stehen. Doch einmal mehr konnten wir auf die Hilfsbereitschaft der Australier zaehlen und so wurden wir von Fahrenden zu Mitfahrenden. Unser charmante Chauffeur namens Adrian fuehrte uns zur naechsten Tankstelle, die nicht aufgrund Krankheit geschlossen hatte.

Dem bedeckten Himmel trotzend, wagten wir uns von Airlie Beach aus auf einen Segeltrip zu den Whitsunday Islands. Die Angst vor der grossen Seekrankheit blieb fast unbegruendet und wir packten kraeftig mit an beim Segelhissen. Einmal mehr begeisterte uns die Tierwelt, im Speziellen die Unterwasserwelt. Mit Taucherbrille, Schnorchel, Flossen und nicht zu vergessen dem sexy Ganzkoerperanzug, um vor Quallenberuehrungen zu schuetzen, stuerzten wir uns – kopfueber wie sich’s gehoert- in den Pazifik. Beschraenkt wie die Sprache mit einem Schnorchelstueck im Mund so ist, bestand dann der groesste Teil der folgenden Konversation aus ‘Oh’, ‘Ah’ und ‘Uh’. Nach zwei Tagen und Naechten mit schaukelndem Boden, ueberfluteten Toiletten, Kombuese-Food und immer-nassen-Jeans freuten wir uns dann doch wieder auf unseren Campervan und verliessen die traumhafte Inselgruppe.

Mittlerweile sind wir in Townsville angelangt, von wo aus wir unseren Trip ins Landesinnere planen. Mit Benzinkanister an Bord wollen wir den langen Weg bis auf Alice Springs auf uns nehmen um dem Uluru einen Besuch abzustatten.

Abenteuer Uebernachtungsplatz

Mai 1, 2009

Die Berge und die damit verbundenen kalten Naechte haben wir hinter uns gelassen und direkten Kurs auf die Ostkueste genommen. In Australiens aeltester Weinregion, dem Hunter Valley, versuchten wir uns im Wein degustieren. Stolz fand darauf ein Dessertwein seinen Platz in unserem Kuehlschrank, mit dem am Abend auf die folgende Kuestenfahrt angestossen wurde. Die Straende hier sind wie es das Wombatsherz begehrt; lang, weiss und reich an Surfern =).

Fernab jeglicher Zivilisation finden wir jeweils in den Nationalparks unsere naechtliche ‘Ruhe’, sieht man mal ab von der Geraeuschkulisse, die ein Regenwald so mit sich bringt. An das fruehe Eindunkeln um 6 Uhr abends konnten wir uns noch nicht so richtig gewoehnen und so faellt die Suche nach den Uebernachtungsplaetzen immer sehr abenteuerlich und nicht selten auch holprig aus. Und mal ganz ehrlich; ohne Bodenwellen, Schlagloecher und Moskitoschwaerme fuehlen wir uns schon gar nicht mehr am richtigen Ort.

Doch vorbei war es mit der Einzigartigkeit als Camper als wir in Byron Bay Einzug hielten. Der oestlichste Ort der Ostkueste bietet ideales Terrain fuer alle Batik T-Shirt Liebhaber, Alternativ-Heiler und Barfuss-Gaenger. Diese freizuegige und ausgelassene Atmosphaere ist ein regelrechtes Magnet fuer saemtliche Ostkueste-Reisenden.

Unser Schlafplatz in Byron Bay waehlten wir einmal mehr direkt am Strand, was sich am naechsten Morgen als Anlaufstelle fuer Nudisten und Neuzeithippies herausstellte. Fuer nette Bekanntschaften mit zahlreichen Mechaniker sorgte an den folgenden Tagen fuer einmal unser trouble-maker Toyota selbst.

Mit wieder funktionierenden Lampen und kraeftigen Wasserpumpen verbrachten wir dann zwei Tage an der Gold Coast. Getankt wurde dorf fuer einmal nicht nur unleaded fuel sondern ganz viel Sonnenschein. Waehrend die Zeitungen ueber ein urchiges Voelklein der schweizer Alpen berichtet, die “overwhelmingly at their traditional open-air annual assembly” gegen die Nakt-Wanderer von Deutschland stimmten, ist hier vor allem die ‘pig flu’ ganz gross im Rennen.

Wir sind mittleriweile in Brisbane angelangt wo wir unsere Zeit im Park, in der STadt oder an den Southbanks verbringen. Getreu dem Motto “la vita e bella” geniessen wir jeden Atemzug unserer Reise una lassen das Camper-Dasein hoch leben.

Unabhaengigkeit ahoi

April 21, 2009

euse gliebti 006!!!

Die 3 Wombats sind mittlerweile mobil und unabhaengig geworden. Aber zuerst einen Blick zurueck:

Das vibrierende Leben in Sydney hat uns sofort in seinen Bann gezogen. Wohlwissen, dass der kulinarische Standart nicht mehr lange aufrecht gehalten werden kann, waehlten wir unsere Mahlzeiten besonders vorsichtig aus. Um das indische Curry und die thailaendische Spezialitaeten zu verdauen, schulterten wir an zwei Tagen den Rucksack. Erster Ausgangsort war Bondi Beach, der bekannt ist fuer seine ausgezeichnete Lage (Gute Lage ergo Wellen ergo Surfer :) ) Nach dem obligaten ‘dolce far niente’ am Strand zogen wir an der Kueste entlang weiter nach Coogee. Das zwar etwas touristische Doerfchen entzueckte uns mit seinem kleinstaedtlichen Charme und wurde zu einem der ‘highlights of Sydney’ gekuert.bondi-beach

Der zweite Ausflug fuehrte uns vom Manly Beach suedlich zurueck auf Sydney. Atemberaubende Ausblicke auf die Straende und Buchten der Ostkueste zaeumten unseren Weg. Bald schon fanden wir uns mitten im Busch wieder wo wir erste ERfahrungen mit viel zu grossen Spinnen und ihren Netzen sammelten. Nebst hightech Einrichtungen, die den Toilettengang zu einem regelrechten Erlebnis machten (Musik und special effects a la “Q” von James Bond) gab es vor allem eines: Natur pur. Kookaburras, Eidechsen und Bartagamen wussten es unsere Aufmerksamkeit fuer sich in Anspruch zu nehmen. Fuer den kulturellen Beitrag an unseren Staedtetrip sorgte “der Alchimist”, welcher uns im beruehmten Opera House am letzten Abend unterhielt. Fuer angewiderte Gesichter rspk. einem amuesierten Gesicht sorgte der Abstecher auf den Fishmarket.vor-der-oper

Der Aufbruch von Sydney in Richtung Uebergabeort unseres Toyotas war an Vorfreude und Aufregung kaum zu toppen. An dieser Stimmung konnten auch die aeusserst unfreundlichen und verbitterten Exiloestrreicher nicht ruetteln, die uns nach schier unendlichem Papierkram widerwillig den Schluessel ueberreichten. Mit Radio aufdrehen und volle Kraft vorraus war nichts. Keep left nahm unsere ganze Konzentration wie auch all unsere Schutzengel in Anspruch. Trotz Irrungen und Wirrungenhielten wir heldenhaften Einzug in die Blue Mountains. Fast genau so Cowgirl-like richteten wir uns fuer unsere erste Nacht ein, was vor allen Dingen hiess: Strom anschliessen, Campervan in eine Luxussuite umwandeln und Faserpelz anziehen. Ja, es war kalt -sehr kalt!!

Am naechsten Morgen schien uns Petrus immer noch nicht beguenstigen zu wollen und liess es regnen was das Zeug hielt. Was gibt es da besseres zu tun als ein Besuch der Tropfsteinhoehlen? Der enthusiastische Fuehrer erklaerte uns einmal mehr, dass die Kalkablagerungen einige Jaehrchen alt sind und wie sie alle zu ihrer Formation gekommen sind. Mit der Daemmerung kamen Herr und Frau Kaenguru aus dem Busch und veranlassten kollektives-auf-und-ab-Huepfen in der Fahrerkabine unseres Toyotas. Die erste Begegnung mit den Nationaltieren fand jedoch relativ einseitig am Strassenrand statt (Anm. der Redaktion: tot). Was folgte war die erste Nacht ‘in the middle of nowhere’. Naechtliches Tier-Gejaule machte diese Uebernachtung zum richtigen Erlebnis und bei den drei Schweizerinnen kam bereits Abenteurlust auf.

Da das Wetter auch am folgenden Tag nicht besser wurde und man von den Aussichtspunknten herzlich wenig sah, beschlossen wir, dem ein Ende zu setzen und zurueck an die Ostkueste zu fahren.

Australien hat uns alle!

April 13, 2009

10 Uhr morgens war es soweit; die ach-so-haeufig erwaehnte Abschiedsfloskel “see you in Sydney” fand endlich ihre Erfuellung. Gesund und munter kamen alle in der vermeintlichen Hauptstadt Australiens an.

Obwohl das Wetter bis anhin jenseits unserer Erwartungen ist freuen wir uns auf die kommenden Tage und schicken liebe Gruesse ins Heimatland.

 

Eure neu geborenen East Coast Wombats *stolz*


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